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Matthiasstift vor Neubeginn

Das 2014 von der Caritas geschlossene Matthiasstift in Wietmarschen steht vor einem Neubeginn. Spätestens im April 2016 soll wieder Leben in die Gebäude einziehen. Damit wird ein Wunsch vieler Wietmarscher Wirklichkeit.

Möglich wird das durch das Engagement der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Apostel Wietmarschen und der Wietmarscher Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft, einer hundertprozentigen Tochter der politischen Gemeinde Wietmarschen. Sie übernehmen alle Gebäude des Matthiasstiftes und das Haus für „Betreutes Wohnen“ Baus Blick 9 im Erbbaurechtswege und wollen nun beide Häuser als christliche Einrichtung gemeinsam in einer GmbH fortführen. Diese „St. Matthiasstift Immobilien GmbH“ übernimmt künftig unter Leitung des ehrenamtlichen Geschäftsführers Alfons Eling die Vermietung der Altenwohnungen. Zuvor wird der 1997 in Betrieb genommen Gebäudeteil des Matthiasstiftes für altersgerechte Kleinwohnungen mit einem Kostenaufwand von 1,6 Millionen Euro renoviert und umgebaut.

Im Erdgeschoss des Matthiasstiftes wird die „Pflege St. Elisabeth Lohne gGmbH“ die Räumlichkeiten von der Immobilien GmbH anmieten und eine Tagespflege mit zwölf Plätzen einrichten. Diese neue Tagespflege steht allen Bewohnern des Matthiasstifts sowie auch externen Gästen auf Anfrage offen.
Des Weiteren werden in dieser Etage zwei Wohneinheiten für die Verhinderungspflege zur kurzfristigen Vermietung angeboten.

In der 1. und 2. Etage entstehen insgesamt 16 grosszügig gestaltete Altenwohnungen in verschiedenen Größenordnungen. Hier kann altersgerechtes Wohnen, alleine oder in Wohngemeinschaften praktiziert werden.

Im Dachgeschoss wird eine Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte mit zehn Wohneinheiten eingerichtet. Hier findet das gemeinsame Leben in der Wohnküche statt. Für die Betreuung wird die Gemeinschaft einen Pflegedienst beauftragen.

Dem neuen Konzept fürs Matthiasstift liegt nach den Worten von Ludger Wübben der Gedanke zugrunde, alten Menschen nach Möglichkeit ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Es gelte, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten nach dem Grundsatz „So wenig Unterstützung wie nötig, so viel Hilfe wie möglich“, sagte der Pflegedienstleiter der Sozialstation Wietmarschen/Lohne. Das Konzept sei individuell und nachfrageorientiert ausgerichtet. Die Bewohner seien beispielsweise frei bei der Auswahl ihres Pflegedienstes und seiner Leistungen. Mietvertrag und Pflegeleistungen seien nicht miteinander verbunden.
Diese „Entkoppelung“ bedeute zwar ein gewisses Mietausfallrisiko für die Trägergesellschaft, machte Alfons Eling deutlich. Der Ehrenbürgermeister der Gemeinde Wietmarschen war sich aber sicher, eine zukunftssichere und wirtschaftlich hoffnungsvolle Zukunft für das Matthiasstift geschaffen zu haben. Er verwies auch auf die breite parteiübergreifende Unterstützung, die das Vorhaben in den Gremien der politischen Gemeinde gefunden habe.

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