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Neuer Standort Marienkapelle / Das Gnadenbild von Wietmarschen

In Wietmarschen wird seit dem Mittelalter eine Darstellung Marias mit dem Jesuskind aus dem 13. Jahrhundert verehrt. Immer wieder kommen einzelne Pilger sowie große und kleine Pilgergruppen zur Muttergottes von Wietmarschen. Jährliche Höhepunkte sind die Kolpingwallfahrt am Karfreitag und die große Familienwallfahrt am 6. Ostersonntag.
Die Menschen kommen mit ihren Anliegen, ihrem Dank und ihrer Freude, mit ihren Fragen, Sorgen und Nöten. Sie wissen sich gut aufgehoben bei Maria und Jesus. Hier erfahren sie Kraft und Ermutigung für ihr Leben.
Aus der Erkenntnis: „Maria ist die Frau, die Gott in ihrem Leben Raum gegeben hat“ werden die Gottesmutter und ihr Sohn in Wietmarschen besonders verehrt. Das Gnadenbild hat in unserer Pfarrei, in der ganzen Region Emsland/Grafschaft Bentheim und im Bistum Osnabrück einen hohen Stellenwert.
Auf Anregung von Wallfahrern, nach intensiven Gesprächen in der Gemeinde, mit der Bistumsleitung, dem Generalvikariat und dem Denkmalamt erhielt das Gnadenbild 2014 einen neuen Platz in der Kirche. Nach Plänen des Architekten Tobias Klodwig aus Münster entstand eine modern gestaltete „Raum-in-Raum“-Lösung.
Das traditionsreiche Gnadenbild „Unserer Lieben Frau von Wietmarschen“ erhielt einen neuen Standort im Eingangsbereich der Kirche. Die Muttergottes steht dort inmitten der großen Kirche in der Versammlung der Glaubenden. In der transparent eingebauten Kapelle ist gleichzeitig für Einzelpilger und kleine Gruppen eine persönliche und direkte Begegnung in Andacht und Gebet möglich.
Sich zum Gnadenbild verdichtende Holzlamellen mit verglasten Zwischenelementen bilden die schützende und doch transparent im Kirchraum erscheinende Umwehrung des besonderen Raumes.
Der Besucher des Gnadenbildes sowie der betende Mensch werden mit in den Marienstandort hineingenommen. Maria umfängt gleichsam die Besucher der Kapelle. Wer sich auf sie ausrichtet, kann Ruhe und Geborgenheit finden. Danach entlässt die Raumgestalt den Besucher mit sich öffnender Geste.
Durch die neue Konzeption ist das Gnadenbild nun zu jeder Tageszeit von außen sichtbar. So wird eine Brücke geschlagen zwischen dem Kirchenraum und den Räumen des Alltags. Als diese Brücke erscheint Maria, die durch ihr Ja zum Anruf Gottes seinem und ihrem Sohn mitten in der Welt Raum gegeben hat.
Der kleine Altar der früheren Gnadenkapelle barg eine Reihe von Reliquien verschiedener Heiliger. An den Wänden hingen zahlreiche Votivgaben aus Gold und Silber, die der Muttergottes von Wietmarschen einst aus Dankbarkeit geschenkt wurden. Die Reliquien und eine Auswahl der ältesten und schönsten Votivgaben erhielten 2014 ebenfalls einen neuen Platz in der Nähe des Gnadenbildes. Die übrigen Stücke werden im Stiftsmuseum (Verwalterhaus) ausgestellt.
Das Bild der Gottesmutter lässt die Hinwendung Gottes zu den Menschen erkennen, denen er durch Maria seinen Sohn gesandt hat. Die Reliquien symbolisieren die Verbindung der Christen in der Welt mit den Heiligen bei Gott im Himmel. Die Votivgaben dokumentieren schließlich jene Hilfe, die seit Jahrhunderten viele Menschen durch die Anrufung der Gottesmutter von Wietmarschen um Fürsprache bei Gott erfahren haben.
Die Neugestaltung des Kirchenraumes mit Akzentuierung des Gnadenbildes erstaunt, lädt ein, hat Kraft und Ausstrahlung.
Glaubensinhalte und Werte christlichen Glaubens werden in aktueller Weise transportiert und erfahrbar.

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