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Neuer Standort für MARIA

Ein bisschen leer sieht die Kirche jetzt aus. Freilwillige Helfer haben vor wenigen Tagen einen Teil der Sitzbänke, einen Beichtstuhl und den alten Predigtstuhl ausgebaut, um Platz zu schaffen für die neue Marienkapelle, die als "Raum im Raum" in die Kirche hineingebaut wird.
Was die vielen Besucher der Wallfahrtskirche ab Ende Mai erwartet, ist ein ungewöhnliches Konzept des Architekten Tobias Klodwig. Direkt nach dem Hauptportal betreten die Gläubigen die nach oben hin offene Kapelle. Sie sieht aus wie ein halbes Oval, erst dahinter beginnen die gewohnten Bankreihen. Die Wände der Kapelle reichen bis kurz unter die Orgelempore - sind halb transparent aus Glas und hellen Eichenholzlamellen gestaltet. Diese verdichten sich bis zum Scheitelpunkt, der auch das Zentrum ist. Und dort steht vor blauem Hintergrund Maria mit dem Jesuskind, das Gnadenbild.
Wer hier betet wird gleichsam von der Madonna umfangen - findet Ruhe und Geborgenheit. Schon von außen wird die Marienstatue künftig zu sehen sein. Denn das bisherige Hauptportal wird verglast und das Bildnis abends angestrahlt. Rechts und links an der Kapelle vorbei gehen die Besucher in das Kirchenschiff. Bis zu 60 Pilger finden Platz in der Kapelle, hierfür werden die aus der Kirche entfernten Sitzbänke entsprechend umgearbeitet. Damit niemand bei Maria kalte Füße bekommt, wird eine Fußbodenheizung installiert. Ein schlichter, mobiler Altar ermöglicht auch Messfeiern beim Gnadenbild.
Mehr Platz für Betende, die Konzentration auf das Gnadenbild, eine Stärkung des Wallfahrtsortes - das sind die Hauptgründe für den Umbau. Von Pilgern wurde immer wieder der Wunsch geäußert, einen Gottesdienst beim Gnadenbild feiern zu können. Die neue Kapelle eröffnet aber auch für die Gemeinde neue Möglichkeiten; für kleinere Gottesdienste mit Erstkommunionkindern, Firmlingen oder den Werktagsgottesdienst. Mit der Entscheidung zum Umbau hat es sich die Kirchengemeinde nicht leicht gemacht. Seit mehreren Jahren wurde immer wieder intensiv diskutiert, verschiedene Varianten überlegt und geplant. Auch wurden Kirchen besichtigt in denen Umbauten stattgefunden haben. Gemeindeversammlungen wurden abgehalten, auf dem Pfarrfest informiert, eine Umfrage durchgeführt. Das Bistum Osnabrück unterstützte dabei die Kirchengemeinde. Ein Bauausschuss wurde gebildet aus Vertretern von Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat und Gemeindemitgliedern.
Im Bauausschuss war die neue Kapelle nicht das einzige Projekt, mit dem man sich befassen mußte. Der Hochaltar soll endlich restauriert werden, eine neue Seitentür soll eingebaut werden. Ein Beichtzimmer soll hinten in der Kirche entstehen und das Taufbecken aus dem Mittelgang in den Chorraum versetzt werden
Trotz der Baumaßnahmen wird weiterhin Gottesdienst in der Kirche gefeiert. Dies ermöglicht ein "Bauzelt" unter dem die neue Kapelle entsteht. Bis zur Familienwallfahrt am 25. Mai soll alles fertig sein. Voraussichtlicher Einweihungstermin ist der 21. Mai 2014.

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